Kampfrichter

Geschrieben von Bernd Wollenberg am 21.11.2016

Erstmals seit 1995 gab es, zumindest in Berlin, wieder einen Kampfrichterlehrgang für Orientierungslauf. „Nostalgiker“ unter den Älteren unserer OL-Familie erinnern sich garantiert noch an die traditionellen Kampfrichterlehrgänge des inzwischen leider verstorbenen Wolfgang „Dulli“ Lübcke. Wäre es nach ihm gegangen, hätte zumindest kein überregionaler OL stattfinden können, wenn nicht dessen Hauptkampfrichter eine aktuelle Kampfrichterlizenz hätten vorweisen können. Das hat sich natürlich nicht durchsetzen lassen, denn im Unterschied zu den meisten in unserem Dachverband beheimateten Sportarten sind bekanntlich alle eingesetzten Hauptkampfrichter zugleich auch aktive Wettkämpfer, deren überwiegende Mehrzahl sich auch mit den jeweils aktuellen Wettkampfbestimmungen zumindest beschäftigt.

So gab es nun auch dank des neu eingesetzten Beauftragten für Lehrwesen im LFA Berlin, Dirk Mönch (Köpenicker SC), erstmals seit „damals“ wieder einen gut besuchten Kampfrichterlehrgang. Denn über die Jahre hinweg hat sich doch diese oder jene Fehlinterpretation bei der Anwendung unserer Wettkampfbestimmungen „eingeschlichen“. Hinzu kommt, dass bekanntlich jedes Jahr diverse Veränderungen unser Regelwerk – vom bereits erwähnten Wolfgang Lübcke scherzhaft auch als „unsere Bibel“ bezeichnet – den jeweils aktuellen Bedingungen anpasst. Seien diese nun durch die Analyse der vorangegangen OL-Saison oder durch internationale Neuerungen hervorgegangen. Immer „up to Date“ sind dank der jährlichen Schulung der Technischen Delegierten (TD) und der Wettkampfleiter (WKL) diese Personen, aber ob nun tatsächlich alles aktuell auch bei den diversen Kampfrichtern ankommt und vor allem auch umgesetzt werden kann, ist damit noch lange nicht zu 100% garantiert. So führte dann dieser Tageskurs in seinem Verlauf doch zu dieser oder jenen Diskussion, teilweise auch verursacht durch unterschiedliche Interpretationen einiger Passagen unseres immer umfangreicher werdenden Regelwerkes. Bedenkt man hinzu, dass – so steht es ja auch in der Präambel – wir als OL uns auch dem Regelwerk des Dachverbandes, der Turnordnung,  unterzuordnen haben, ist spätestens hier doch mit z.T. deutlichen Wissenslücken zu rechnen. Hand aufs Herz, liebe Leser, habt Ihr wirklich alle schon mal in dieser Turnordnung „geblättert“? Eben! Und diese gehört genauso wie unsere Wettkampfbestimmungen in der jeweils aktuellen Version zum Handwerkszeug eines OL-Kampfrichters! Unter Wolfgangs Leitung wurde sich mal darauf verständigt, dass zumindest die Hauptkampfrichter, also die „Bereichsleiter“, auch ausreichend Kenntnis über eben diese Turnordnung aufweisen sollten. Hierzu gehören neben dem Wettkampfleiter und Bahnleger auch der Org.-Leiter, Technische Leiter, Leiter Start, Leiter Ziel und – der wird leider immer wieder mal gern weg gelassen, der Kampfrichterobmann.

Dank Dirk Mönch und dem LFA Berlin ist nun also zumindestens in Berlin-Brandenburg  wieder begonnen worden, die nun hinzu gekommene „neue“ Generation von Funktionären, die natürlich „traditionell“ auch alle wieder aktive OL´er sind, mit dem Inhalt der beiden für uns maßgeblichen Regelwerke besser vertraut zu machen. In Form einer Teamarbeit wurden zum Abschluss einige Probleme durchgearbeitet, wie sie im „Alltag“ der Funktionsträger bei einem OL durchaus immer wieder auftreten. Alle, das sei erwähnt, kamen mit diesen Problemen „klar“ und konnten somit die neuen Kampfrichterausweise in Form eines Wettkampfbuches  entgegen nehmen. Dank an dieser Stelle auch dem Berliner TSC, der einmal mehr seinen Tagungsraum kostenlos auch diesem Lehrgang zur Verfügung stellte.

Text und Fotos: Bernd Wollenberg

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